Teil eines Werkes 
1. Theil (1821)
Entstehung
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fen und ſah ſich dieſerhalb gezwungen, vortheilhaft zu erſcheinen. Eitelkeit, dachte er, nichts als Eitelkeit; tauſend andere wuͤrden ſich gluͤcklich ſchätzen, wenn ſie, um zu reiſen, ein paar tuͤchtige Schuhe beſaßen, und der Zweck ihrer Reiſe iſt vielleicht eben ſo wichtig fur ſie, als der meinige fuͤr mich. Da wir Men⸗ ſchen indeſſen alle unſere Fehler haben, ſo bin ich zufrieden, keine ſchlimmern zu beſitzen. Der Stell⸗ macher, der Mahler, der Schmidt, der Landmann lebt am Ende von meiner Eitelkeit und gewinnt durch ſie. Wie oft nahm ich nicht eine Reiſende in meinen Wagen, wenn der ihrige zerbrochen iſt, und in einer halben Stunde kenn ich meine Schoͤne ſo genau, als ob ich ſechs Monate mit ihr verplau⸗ dert haͤtte. Ein alter Geiger auf der Landſtraße meldet mir ein Feſt des benachbarten Dorfes, ich pflanze mich neben die große Linde, beobachte und zeige die Heirathen an, die ſich ſtiften wollen, un⸗

terſcheide, ohne mich zu irren, die, welche die Liebe

leitet, von denen, welche Geldgier zuſammentreibt. Ein Wirthshaus gefaͤllt mir und Dank meinem ſchoͤnen Wagen, das beſte Bett, das beſte Eſſen, das beſte Ziwmer bekommt Hert Martin. Herr Bertrand verfehlt nicht, der Wirthin von meinem Gelde, von meiner Freigebigkeit vorzuſchwatzen,

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