Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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gen die von den Geſetzen und der Religion vorgeſchrie⸗

benen Förmlichkeiten; das reizende Brautpaar ſtrahlte vor Glück.

André und ich hatten zuerſt im Sinne, ihnen eine für die Erhaltung ihrer Kräfte und ihrer Geſundheit nützliche Enthaltſamkeitsregel vorzuſchreiben:Sie werden Alles verſprechen, ſagte André,und ſie werden ſelbſt an ihr Verſprechen glauben; ſie werden aber dieſe Verſprechun⸗ gen ebenſo wenig wie die anderen halten, weil die Natur ſie mit ſich fortreißen wird. Wir wollen Anton viel arbei⸗ ten laſſen, und wollen die Sachen übrigens gehen laſſen, ebenſo wie wir den Lauf unſers Bächleins nicht ſtören.

Die Hochzeit war für eine Schweizerhochzeit ſehr prachtvoll; die jungen Eheleute waren trunken vor Glück. Unſere guten Freunde theilten ihre und unſere Freude. Ach! wie macht doch das Glück der Kinder uns ſelbſt ver⸗ gnügt und glücklich!

Wie raſch vergeht doch die Zeit; ſie vergeht uns um

ſo ſchneller, je weniger Widerwärtigkeiten wir erfahren.

Vier Jahre ſpäter hatten wir zwei Enkel, welche die Ab⸗ götter der Familie waren; es waren wieder ein Anton und eine Antvinette.

Der Luxus fing an ſich in den Canton einzuſchleichen. Die Frauen tragen jetzt Mieder von Seide, und der Ge⸗ richtshof der Reform ſchweigt, weil die Frauen der Mit⸗ glieder, die denſelben ausmachen, die Erſten ſind, welche die Geſetze übertreten. In hundert Jahren werden wohl