Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Als wir in den Saal traten, war die Lampe herunterge⸗ gefallen, und die heilige Thereſe ſchwamm in einem See von Oel; es war unmöglich ſie anders als mit Zangen anzufaſſen, und wanderte daher vom Salon in den Ofen Gertrudens. Man begreift leicht, daß André die Eiſen⸗ ketten, welche die Lampe hielten, durchgefeilt hatte.

Ab⸗ und zugehend gewahrte ich binnen Kurzem, daß immer Eines von den beiden jungen Leuten während un⸗ ſerer Ruheſtunden öfters hinausging; ich hatte ſie nie anders als zuſammen beobachtet. Indeſſen erregte dieſes grundloſe wiederholte Hinausgehen meine Aufmerkſam⸗ keit; eines Tages folgte ich Antvinetten, indem ich es ſo einzurichten wußte, daß ſtets irgend ein umfangreicher Gegenſtand ſich zwiſchen ihr und mir befand.

Sie trat in den Stall. Was konnte ſie da zu ſchaffen haben? Sie trat hinter eine Futterraufe, nahm ein Buch

und las eine kleine Viertelſtunde lang darin; ſie legte das

Buch wieder weg, ich ſah nicht wohin, und entfernte ſich. Ich hatte zwiſchen zwei Säcken Hafer Platz genommen, und nahm mich wohl in Acht dieſen vortheilhaften Poſten zu verlaſſen. Bald kam Anton ſeinerſeits und that pünktlich daſſelbe, was Antoinette gethan hatte; die Glocke, welche uns zur Arbeit rief, wurde vernommen, und der junge Mann ver⸗ ſchwand. Was muß das für ein Buch ſein, welches ſie in dieſem Grade intereſſirt, und wo mögen ſie daſſelbe wohl verſtecken? Ich fand es in einer Höhlung, welche das eine Ende der beiden Rahmentheile, die die Futterraufe aus⸗