Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Nichtsdeſtwweniger iſt es ſehr wahrſcheinlich, ſogar mehr als wahrſcheinlich, daß das weibliche Murmelthier für Den, welcher nicht beſſer geformt iſt als vaſſelbe, ſehr viel An⸗ ziehungskraft hat.

Wir wiſſen ferner noch, daß die kleinen Savoyarden uns verſichern, die Murmelthiere tanzen; dieſe unſchul⸗ dige Lüge hat nur den Zweck, von dem Vorübergehenden ein kleines Geldſtück zu erhaſchen. Die Talente des Mur⸗ melthieres beſchränken ſich in der Wirklichkeit nur darauf, aufzuſtehen und ſich, mit den Vordertatzen auf den Stock ſeines jungen Gebieters geſtützt, aufrecht zu erhalten; die⸗ ſer iſt es, der eigentlich für daſſelbe tanzt, indem er dazu ſingt und ſeinen Takiſtock in die Höhe hebt, und wieder ſenkrecht herabfallen läßt.

Das aber, was ich nicht wußte, war, daß das Murmel⸗ thier eigentlich der wahre Lehrer der kleinen Savoyarden iſt. Wenn es frei iſt, ſo klettert es auf alle Gegenſtände, welche es gewahrt, hinauf; beſonders aber gefällt es ſich darin, zwiſchen zwei Felswänden, welche ſehr nahe an ein⸗ ander liegen, hinanzuklimmen: zu dieſem Zwecke klam⸗ mert es ſich mit ſeinen Tatzen feſt, und hält ſich mit dem Rücken an. Es iſt ausgemacht, daß die Savoyarden nur von dem Murmelthiere allein die nützliche Kunſt, die Ka⸗ mine zu fegen, erlernen; aber das, was nichts weiter als nützlich iſt, wird wenig beachtet und ſchlecht bezahlt. Wir haben es wenigſtens noch niemals geſehen, daß die Sa⸗ voyarden von ſchönen Damen geliebkoſt wurden, oder ſonſt ihr Glück machten.