Teil eines Werkes 
19. bis 21. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 4. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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einem Augenblicke verändert worden, weil einer von ihnen Soldat geworden war.

Die vereinigten Mundvorräthe unſerer beiden ſchwei⸗ zer Familien beſchränkten ſich auf ſehr Weniges; wir hatten ſchon das Frühſtück gegeben, das Mittagsmahl ward daher auch aus unſerer Vorrathskammer genommen.

Es gab nun nicht ein Weſen in unſerem Kreiſe, welches

nicht zufrieden geftellt geweſen wäre, entweder durch das Gute, welches ihm zu Theil ward, oder durch dasjenige, welches es Anderen erwieſen hatte; die Zufriedenheit, ich wiederhole es noch ein Mal, erzeugt die Heiterkeit, und doch entſchlüpfte Niemandem auch nur ein Wort, welches dem guten Pfarrer hätte mißfallen können: es giebt einen gewiſſen Inſtinkt der Wohlanſtändigkeit, welcher in den Menſchen, ſobald ſich nur ihre Begriffe etwas zu entwickeln beginnen, zu erwachen ſcheint. Vielleicht lernen wir zum Beiſpiel auf eben dieſelbe Art die Rückſichten kennen, welche wir Denjenigen ſchuldig ſind, die von unſern Eltern rück⸗ ſichtsvoll behandelt werden; die Kinder ſind immer von etwas nachahmender Natur.

Der Pfarrer fand unſern Rhonewein ſehr gut und trank denſelbenmit Mäßigung, unſere andern Gäſte beherrſchten ſich in dieſer Beziehung weniger; die alte Mut⸗ ter, welche zwiſchen ihrem Enkel und deſſen junger Frau ſaß, umarmte dieſelben jeden Augenblick, aber man wird am Ende Alles überdrüſſig, ſelbſt der Liebko⸗ ſungen ſeiner theuerſten Weſen. Sie begann mit zittern⸗

der Stimme zuerſt ein Lied auf die Schlacht bei Granſon,