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nach. Wir holten ſie bald genug ein; der Commandant derſelben war ein offener und redlicher Schweizer; als wir ihn fragten, welchen Preis er auf die Freilaſſung Joſephs ſetzte, antwortete er uns, daß derſelbe gar nicht auf ſeinen Liſten ſtehe, daß er nur als Freiwilliger diene und daher, ſobald es ihm nur immer beliebe, wieder austreten könne. „Vortrefflich,“ ſagte André,„mit dieſem Gelde da werden wir um ſo mehr Kühe und Ziegen kaufen können.“
Wir baten den Officier, uns Joſeph zu zeigen; ſeine Geſtalt war ſchlank, und ſein Geſicht bezaubernd ſchön. Ich ſagte zu ihm, daß wir die Abſicht hätten, ihn wieder mit uns zurückzuführen. Der junge Eigenſinnige antwortete uns, daß ein Schweizer, welcher einmal ſeinen Entſchluß gefaßt hat, denſelben niemals mehr aufgiebt.„Du weißt nicht, was Du redeſt,“ erwiderte André,„hatteſt Du denn nicht auch den Entſchluß gefaßt, Jutta zu heirathen?“— „Ich war es aber auch nicht, der ſein Wort gebrochen hat.“—„Du ſollſt ſie aber heute heirathen, und dieſen Abend noch ſoll das Bärenfell Euch Beide aufnehmen.“— „O! o! wäre das möglich dürfte ich daran glauben. o! o!“—„Mache einmal ein Ende mit Deinen O's, ſteige in unſern Wagen und komme mit uns zurück.“—„Aber iſt es denn auch wirklich wahr?“— „Wir find eben ſo redlich wie die Schweizer, und wenn wir Dich auch betrügen wollten, wäre es dann nicht noch immer Zeit, Soldat zu werden?“ Er ſtieg ein.„Deine Aufgebote ſind gehalten worden, nicht wahr?“—„Sie wurden es zwei Mal.“—„Das iſt genug, um ſich ein Mal


