ſagen, wenn Sie annehmen, daß die Anzahl der Weiber, der Kinder und der Greiſe ſich überall im Verhältniſſe ſo ziemlich gleich bleibt, was auch ganz wahr iſt, und wenn Sie nach der Anzahl von Soldaten, welche jeder Canton ſtellen muß, rechnen.“—„Im Verhältniſſe zu den 3000 Mann, welche der Canton von Bern, der 294,500 Bewoh⸗ ner zählt, ſtellen muß; nicht wahr?“—„Ganz richtig!“
André war durch Nichts in Verlegenheit zu bringen; er hatte die Arithmetik, die Algebra und Alles, was da drum und dran hängt, bei den Jeſuiten von Angouléme ſtudirt. Dieſe Gelegenheit kam ihm daher gerade ſehr er⸗
wünſcht, um zu zeigen, daß er kein gewöhnlicher Menſch
ſei. Ich meinerſeits fluchte auf die Leidenſchaft, welche unſer Doctor des Evangeliums zu haben ſchien, den Ge⸗ lehrten zu ſpielen; ich näherte mich den jungen Mädchen, welche ſich ſogleich wieder an ihre Arbeit gemacht hatten, und hoffte durch eine Unterhaltung mit ihnen für die Lan⸗ geweile entſchädigt zu werden, die mir mein Angoulémer
Euklid einflößte. Aber bei den erſten deutſchen Worten,
welche ich an ſie richtete und welche ſie nur ſehr unvollkom⸗
men verſtehen konnten, ſtanden ſie auf und gingen hinaus. Was hatte ich ihnen denn eigentlich geſagt? Sollte ſich
Gertrude oder irgend Jemand anders den ſchlechten Witz erlaubt haben, mich zu hintergehen und mir ein franzöſi⸗ ſches Wort, welches Jedermann hören kann, mit einem deutſchen zu überſetzen, welches man vor gewiſſen Perſo⸗ nen nicht ausſprechen darf? Ich war geſpannt auf eine Auf⸗ klärung. Herr Werner riß mich aus meiner Verlegenheit,


