Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Meine zweite Mittagstafel war ebenſo glänzend als die erſte: dieſelbe Zuneigung, dieſelbe Hingebung von Seiten meiner Gäſte; auch dieſelbe Fröhlichkeit herrſchte, und dieſelben Lobſprüche wurden an meine Küche und mei⸗ nen Keller verſchwendet. Die Privatleute lebten zu der damaligen Zeit noch ziemlich nüchtern, und ich gab ein Mahl wie für Fürſten; während zwei Tagen ſprach man in dem ganzen Departement nur von meiner Freigebigkeit.

Ich glaubte ganz gewiß gewählt zu werden, nichts⸗ deſtoweniger hielt ich es aber doch für paſſend, wieder ganz la Mouche zu werdenz ich beobachtete Alles, was in meiner Umgebung und in Arpajon vorging. Richoux und der Pfarrer machten den Wählern geheime Beſuche und man verbirgt ſich nur dann, wenn man Abſichten hat, deren Er⸗ füllung das öffentliche Bekanntwerden derſelben hindernd in den Weg treten könnte. Man wird ſich erinnern, daß die Beſcheidenheit nie meine vorzüglichſte Tugend warz nichts⸗ deſtoweniger glaubte ich nun auch meinerſeits Schritte thun zu müſſen: ich machte auch Beſuche. Ebenſo laufen, wenn eine Stelle in der franzöſiſchen Plejade erledigt iſt, die Bewerber um dieſelbe nach allen Seiten umher, um ſich Stimmen zu verſchaffen.

Ich hatte bemerkt, daß die Frauen ihre Männer und die Kinder ihre Mütter beherrſchen; ich verlor meine Zeit nicht damit, ſchmeichelhafte Redensarten an Bauernlümmel zu richten, von denen der größte Theil gar nicht im Stande war, dieſelben zu verſtehen, ſondern ich ſagte den Damen Schönheiten, ich pries ihre Reize, ſelbſt die Derjenigen,