Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
Einzelbild herunterladen

man lacht ſehr viel, und das iſt doch immer beſſer als gähnen.

Wir erfuhren am Abende, daß ein ganzer Schwarm von Miſſionären die Hauptſtadt mit dem Befehle verlaſſen habe, ſich über ganz Frankreich auszubreiten. Diejenigen, welche ſich zu Arpajon aufgehalten haben, ſollten am näch⸗ ſten Morgen predigen. Ich habe die Predigten von jeher ſehr geliebt, und dieſe da waren gewiß ſehr geeignet, mich zu meinen frommen Gedanken, von denen ich mich nur ſchon zu weit entfernt hatte, wieder zurückzuführen.

Colombe und ich begaben uns mit allem Pompe, den wir zur Schau tragen konnten, nach Arpajon; man muß ſich in den Kirchen bemerkbar machen, wenn die Partei des Klerus die herrſchende iſt. Mit welchem Eifer, mit welcher Wärme, mit welchem Haſſe gegen die Hugenotten, und mit

welcher Verachtung gegen den König drückten ſich die ehr⸗

würdigen Väter aus. Ich war in allen Punkten, mit Aus⸗ nahme des letzteren, ganz mit ihnen einverſtanden. Ich verhehlte aber meine Denkungsart: Schweigen heißt ja nicht lügen.

Ich lud die Miſſionäre ein, die zahlreiche und glän⸗ zende Geſellſchaft, welche ich zu Mittag erwartete, zu ver⸗ mehren. Wenn man Deputirter werden will muß man aller Welt ſchmeicheln. Der Pater Polycarpus fragte mich, ob ich der Herr de la Tour ſei, welchen der Herzog von Guiſe mit wichtigen Aufträgen beehrt hatte. Ich ſchloß aus dieſer Fragedaß die ehrwürdigen Väter eine Liſte von Leuten habenwelche ſie, Jeden in ſeinem De⸗