Teil eines Werkes 
16. bis 18. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 3. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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geiz, die Nothwendigkeit ihre Gläubiger zu befriedigen, der Wunſch ihr Haus neu einzurichten; bei den Andern ein Stückchen Wieſe oder eine Kuh mehr; zuweilen tritt auch ein natürliches Bedürfniß beſtimmend hinzu. Aber dieſe Empfindung iſt bald abgenutzt, wenn ſie nicht durch ein be⸗ rauſchendes ausſchließliches Gefühl aufrecht erhalten wird, welches man mit keinem von allen denen, die man im Laufe ſeines Lebens ſchon empfunden hat, vergleichen kann. Ein ſolches Gefühl war dasjenige, welches mich mit Colomben verband. Ich ſehe infaſt allen andern Eheleuten Nichts als Leute, welche nicht für einander paſſen, welche ſich gegenſeitig ſtören und vermeiden, welche auswärts Genüſſe ſuchen, die ſie in ihrem Hauſe nicht finden, und denen ihr Daſein oft unerträglich ſcheinen würde, wenn ſie nicht häufig, der Gatte an das Amt oder die Stelle, welche der Preis ſeiner Hand war, die Gattin an den Rang, welchen ihr die Ehe verliehen hat, dächten.

Eine Musketenſalve begrüßte uns, als wir die Kirche verließen. Das iſt eine ſehr gebräuchliche Art, den jungen Eheleuten die Theilnahme, welche man für ihr wenigſtens vorauszuſetzendes Glück hegt, zu beweiſen, und ihnen zu⸗ gleich Geld aus der Taſche zu locken. André benahm ſich in dieſem Falle ſehr großmüthig, aber ein Ungeſchickter ſchoß meinem ſchönſten Maulthiere ein Auge aus. Es iſt ausgemacht, daß man an einem Hochzeitstage Nichts be⸗ rechnet; den Tag darauf iſt es eine ganz andere Sache. Ich war zwar heute nicht der junge Ehemann, aber der Seigneur de la Tour durfte ſich über ein Auge mehr oder

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