uns nicht zufügen, eben ſo ſehr zum Verdienſte anrechnen, als das Gute, welches ſie uns erweiſen.
Ich hatte meinen Philoſophen André nicht dä, und mein Rang erhob mich über die Dienerſchaft. Es genügte mir nicht blos zu denken; es war auch Bedürfniß für mich, mit Jemandem zu ſprechen, der mich verſtehen und mir antworten konnte. Clotilde iſt jung, und jedes junge Frauenzimmer muß mehr oder weniger gefühlvoll ſein. Ihr Zimmer iſt übrigens nicht weit von dem meinigen entfernt, wir müſſen uns öfters begegnen; ſie ſoll meine Vertraute werden.
Ich ſprach mit ihr von meiner Liebe, von meinen Ent⸗ behrungen, von meiner Hoffnung mit jener Wärme, welche ſich ſo leicht mittheilt. Clotilde ſeufzte, während ſie
mir zuhörte, oft ſchlug ſie die Augen zu Boden, und ſpielte
maſchinenmäßig mit ihrem Roſenkranz, dabei antwortete ſie mir aber doch mit einer ſtaunenerregenden Genauig⸗ keit.„Das iſt eine Roſenknospe,“ dachte ich,„welche nur auf einen Sonnenſtrahl wartet, um ſich aufzuſchließen.“
Niemals noch hatte der Marſchall mir ſo viele Dinge zu ſagen gehabt, und er ſagte mir oft deren ſehr unbedeu⸗ tende. Er runzelte ſeine grauen Augenbrauen, wenn er“ mich bei Clotilden fand, und ich verließ dieſelbe wenig. Bald ſuchte er gar nicht mehr nach Vorwänden, um mit ihr zu ſprechen; es ſchien mir im Gegentheile, als paßte er die Augenblicke ab, in welchen ich ausging.
Ich hatte einen Gang durch die Stadt gemacht. Die friſche Luft hatte mir die Stirne gekühlt, und ich kam zu


