gewiſſe Anziehungskraft aus, und ich fand Vergnügen daran, mit ihr zu plaudern.
Wir hatten ſoeben ein zuſammenhängenderes Ge⸗ ſpräch begonnen, als Ihre Herrlichkeiten eintraten. Der Marſchall blieb vor mir ſtehen.„Sie hätten auf uns
warten und uns hierher führen ſollen,“ ſagte er zu mir.
—„Monſeigneur, der König von Navarra bringt uns nach ſeiner Laune zum Lachen oder zum Weinen: er flößt mir Furcht ein.“—„Sie ſind ein Kind. Laſſen Sie uns unſere Wohnungen beſichtigen.“
Clotilde führte dieſe Herren mit der ihr eigenthüm⸗ lichen Anmuth überall hin. Der Marſchall betrachtete ſie mit ſehr auffallender Aufmerkſamkeit, die folglich auch mir nicht entging. Mehr war nicht nöthig, um mich zu beſtim⸗ men, ſein Benehmen zu beobachten.
Während des übrigen Theiles des Tages ergriff er jede Gelegenheit, um ſich ihr zu nähern und einige Worte an ſie zu richten. Am andern Tage ſuchte er ſie förmlich auf.
„Nun,“ dachte ich,„iſt der Marſchall, ungeachtet ſeiner funfzig Jahre, verliebt, verliebt in ein junges Mädchen von achtzehn Jahren. Er wird ſeine Zeit und ſeine Liebesbetheuerungen verſchwenden.
Durchaus nicht. Die Kleine ſchien ihn aufmuntern zu wollen. Sie lächelt ihn an, wenn ſie ihm begegnet, und ſie hat immer in unſerer Wohnung Etwas nachzuſehen oder zu verrichten. Es war zwar ſicher, daß der Marſchall noch keine ununterbrochene Unterredung mit ihr gehabt, und ihr folglich auch noch kein Geſtändniß


