Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 2. Band (1846) Der Spion
Entstehung
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Geſicht verrieth ohne Zweifel einiges Erſtaunen darüber, ihn ſo umdrängt zu ſehen. Er errieth dieſen Gedanken. O, ſagte er zu mir,an dem Tage einer Schlacht werde ich noch ganz anders gedrängt.

Ich übergab ihm den Brief, deſſen Ueberbringer ich war, und er las ihn mit lauter Stimme.Der Hof will den Frieden, ſagte er,und hat uns immer bereitwillig gefunden, denſelben zu ſchließen. Möchte er diesmal we⸗ nigſtens aufrichtig ſein. Er richtete einige Fragen über die Stimmung, in der ich die Bevollmächtigten verlaſſen hatte, an mich. Ich konnte ihn von Dingen in Kenntniß ſetzen, von denen Ihre Herrlichkeiten keine Ahnung hatten, daß ich ſie wiſſe. Doch widerſtand ich meiner Neigung den Wichtigen zu ſpielen, und es lag einiges Verdienſt darin, mich ſo zu benehmen, denn man weiß, daß die Beſcheiden⸗ heit nicht meine Lieblingstugend war. Ich ſuchte auswei⸗ chend zu antworten, aber ich hatte es mit einem durchdrin⸗ genden Kopfe zu thun.

Meine Freunde, ſagte er,Catharina will uns dem Herzoge von Guiſe entgegenſtellen; wenn man ſich auf den Anſchein verlaſſen kann, ſo iſt vorauszuſetzen, daß der Friede allerdings ein dauerhafter ſein wird. Indeſſen wer⸗ den die Verhandlungen doch etwas lange dauern, da Condé ſich in la Rochelle befindet. Er ſprach über dieſen Gegen⸗ ſtand mit jener Leichtigkeit, mit jener Beredtſamkeit des Herzens, welche überzeugt und mit ſich fortreißt. Er wurde über das traurige Schickſal Frankreichs gerührt, und er ſprach für das zukünftige Glück deſſelben Wünſche aus, die