Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
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ſey? Wie kann ſie das? Wie kann der Glauben an die Götter; oder an einen Gott, ſolche Umwand⸗ lungen, ſolche Wunder hervorbringen? Wenn es aber wirklich ſo iſt, ſo muß die Religion der Chri⸗

ſten von ganz anderm Einfluſſe auf die Gemüther

ſeyn, als die unferige⸗

Tiridates und ich haben ihr angebothen, ſie mit nach Eebatana zu führen; denn ich liebe, und verehre ſie wirklich, und ihre Geſellſchaft wäre mir äußerſt erwünſcht. Sie zieht aber vor, nach Syrien zu einer Freundinn zu gehen, die ſie lan⸗ ge kennt und liebt, und mit der viele alte Bande, auch der Religion, ſie verknüpfen. Hiergegen konn⸗ te ich nichts einwenden, und ſo ſehe ich mit Weh⸗ muth dem Augenblicke der Trennung entgegen. Es wird mich ſchmerzen, von allem zu ſcheiden, was einſt dem theuren Freunde noch angehörte, hund nichts, gar nichts mehr für ihn in ſeinen Verlaſſe⸗ nen thun zu können. Ach, ich fand bey dem unend⸗ lichen Verluſt einen kleinen Erſatz darin, das, was ich ihm nicht ſeyn konnte, den Seinigen zu werden! O Lucius! Er war mir ſo viel, ſo viel! Noch kann ich mich nicht an den Gedanken gewöhnen, daß er todt iſt, noch kann ich es nicht faſſen, daß ich ihn

nie, nie wieder ſehen ſoll!

Lebe wohl, lieber Bruder! Sobald Theopha⸗