Teil eines Werkes 
3. Theil (1828)
Entstehung
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ders als mit Entzücken wieder zu ſehen dachte,

den ich geſtern in der traurigſten Lage leblos und in ſeinem Blute doch freudig wiederſah! Und war⸗ um? Bin ich denn die Flatterhafte, die Leicht⸗ ſinnige? Bin ich's, die ihn ſo tief gekränkt? O Junia! Warum ſcheute ich ſeinen Anblick? In welche ſeltſame Geſtalten verhüllt ſich oft unſer Gefühl! Heliodor fand ihn weniger wohl, ſein Puls ging ſieberhaft. O ich wußte wohl warum, und zitterte vor Zorn und Schmerz, daß der un⸗ beſonnene, unweibliche Schritt des leichtfertigen Geſchöpfes ſein Leben in Gefahr ſetzen könnte. Noch war unſer Geſchäft nicht geendet, und meine Angſt, in dieſem Augenblicke vielleicht durch einen Zufall verrathen zu werden, nicht vorbey, als der ſchöne Mann eintrat, der den vorigen Abend ſo viel Antheil an Agathokles gezeigt hatte. Die Au⸗ gen des Kranken ſtrahlten vor Freude. Conſtan⸗ tin! rief er, und der Fremde ſtürzte an ſeine Bruſt. Sie hielten ſich lang umarmt. Das war alſo Con⸗ ſtantin, der Sohn des abendländiſchen Cäſars, der Agathokles einſt das Leben rettete! Nun war mir ſeine Theilnahme am vorigen Abend erklärbar. Wie theuer ward er mir durch dieſe Liebe! Wie gern

wäre ich ihm zu Füßen geſunken, um ihm für das

Leben ſeines Freundes zu danken! So liebe ich