Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Seligkeit! antwortete ſie heftig mit bebender Stim⸗

me, und fuhr emſiger in ihrem traurigen Geſchäft

fort. Der Arzt kam, ein bejahrter Prieſter, er unter⸗ ſuchte die Wunden; mit Angſt ſah ich ſeinem urtheil entgegen. Bläſſer als der Verwundete, mit einem Zittern, das ihren ganzen Körper fieberhaft erſchüt⸗ terte, harrte die Frau auf ſeinen Ausſpruch. Er er⸗

ärte endlich, daß die Wunden zwar bedenklich, aber

nicht tödtlich ſeyen. Hier ſank die Unbekannte mit ei⸗ nem Freudengeſchrey ohnmächtig nieder, und man mußte ſie wegbringen. Ich blieb noch eine Weile; ich erkundigte mich nach der Fremden, deren Betragen mir ſo ſeltſam aufgefallen war. Nichts, was ich hör⸗ te, vermochte mir eine Aufklärung zu geben, oder eine Vermuthung zu begründen. Agathokles erhohlte ſich nicht ſo weit, daß er eines vollen Bewußtſeyns fähig geweſen wäre; und ſo entfernte ich mich endlich, um nicht meine eigene Sicherheit in Gefahr zu ſetzen, und ſchreibe Dir alſogleich die Ereigniſſe dieſes merk⸗ würdigen Tages. Was in meiner Seele vorgeht, kannſt Du denken; Du weißt, was mir die Sache meiner Glaubensgenoſſen, meine künftigen Ausſich⸗ ten, und Agathokles ſind. Die Nacht iſt vorgerückt, der Vothe wartet. Leb