Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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bittlich. Er findet, und mit Recht, das Verdienſt⸗ liche unſerer Handlungen nicht in der leichten übung von Temperaments⸗Tugenden, er fordert Selbſt⸗ überwindung und Aufopferung des Liebſten, Er⸗ tödtung unſerer geheimen Wünſche, unſerer Eitel⸗ keit. Wir müſſen den alten Menſchen ablegen, und einen neuen anziehen. Das Alles führte er mir in einer unvergeßlichen Stunde mit einer Beredſam⸗ keit zu Gemüthe, daß ich endlich, in Thränen zer⸗ fließend, in ſeine Hand den Schwur niederlegte, meinem Berufe treu zu bleiben, und ſollte es mir Geſundheit und Leben koſten. 5 Seitdem geht es merklich beſſer. Ich habe ziem⸗ lich viel übung; denn die Grauſamkeit der Heiden

läßt es nicht an Unglücklichen fehlen, die der Hül⸗

fe unſeres Hauſes bedürfen. Mein Widerwille ver⸗ liert ſich, meine Geſchicklichkeit nimmt zu, und ich ſehe wohl ein, daß, das Grauen des erſten Anblicks abgerechnet, bey dieſer Art von Kranken viel we⸗

niger Gefahr und Beſchwerde iſt. So will ich denn

mein Loos mit Geduld tragen; aber, ſo bald mein Schickſal entſchieden, Agathokles vermählt, und das Daſeyn eines vergeſſenen Geſchöpfes ganz gleichgül⸗ tig iſt, eile ich in Deine Schweſterarme, und ach! ich denke, ich komme bald, ſehr bald!