den. Einſamkeit und Muße ſind nicht für ein Ge⸗ müth, das in dieſer Stille nur an Trauer und Ver⸗ luſt zu denken hat.
Eine viel verſprechende, ſehr anziehende Be⸗ kanntſchaft habe ich noch in dieſen Tagen gemacht. Apelles, den ein Befehl ſeiner Vorgeſetzten nach Apamäa zurückrief führte mich vorher zu dem Bi⸗ ſchofe von Nikomedien, Eutychius. Ich fand an ihm einen Mann, der feine Lebensart, Menſchenkennt⸗ niß und prieſterliche Würde wohl zu vereinigen weiß. Ich errieth Apelles Wunſch: Eutychius ſollte vollen⸗ den, was er begonnen hatte. Noch kann ich nicht ur⸗ theilen, ob dieſe Wahl gut getroffen iſt; aber das öffentliche Zeugniß und Apelles Meinung ſprechen für Eutychius. Als ich zum zweyten Mahl bey ihm war, trat ein junger Mann, ungefähr von meinem Alter, ein, eine hohe, männlich ſchöne Geſtalt. Kraft, feſter Wille, beynahe Härte, ſprachen aus den bedeu⸗ tenden Zügen, den ſchmalen, feſtgeſchloſſenen Lip⸗ pen; nur in manchem Blick, in manchem Aufſchlag der großen blauen Augen, lag ein zarter edler Aus⸗
druck, der höchſt anziehend den feſten Ernſt des
Ganzen milderte. Der Sohn des abendländiſchen Cäſars, Conſtantin! ſagte der Biſchof als er mich ihm vorſtellte, und auch ihm meinen Nahmen, nebſt einigen Umſtänden von mir, ſagte. Ein forſchender


