Trennung wieder zu ſehen, und mit Dir über tau⸗ ſend Dinge der Vergangenheit und Zukunft zu ſprechen, die Trotz aller überlegung mir nie ganz gleichgültig waren, und unter dieſen Umgebungen hier erſt wieder recht lebendig werden!
Am zweyten Tage nach unſerer Ankunft beſuch⸗ te uns Agathokles. Dir darf ich es ja geſtehen, daß mir ſonderbar zu Muthe ward, als ich im Neben⸗ zimmer ſeine Stimme hörte, die mir gedämpfter, als ſonſt, vorkam. Er begrüßte meinen Vater mit herzlicher Ehrfurcht, und erkundigte ſich nach mir und meinen Brüdern. Ich benutzte meine Verbor⸗ genheit, um mich in die gehörige Faſſung zu ſetzen, und trat dann, als mein Vater mich rief, ganz ge⸗ laſſen hinein. Ach, es war wieder nichts mit dieſer Künſteley! Dieſes düſtere trübe Auge, aus dem die tiefſte Schwermuth ſprach, die wehmüthige Herz⸗ lichkeit, mit der er auf mich zuging, und meine Hand faßte, die weiche Stimme, mit der er mich in ſeinem Vaterlande willkommen hieß, und dann der Gedanke, um weſſentwillen dieſe traurige Ver⸗ änderung mit ihm vorgegangen war, das alles be⸗ wegte mich ſo ſeltſam, daß ich wohl fühlte, wie meine Faſſung mich verließ. Er hatte ſo viel ge⸗ litten: wie hätte ich ihn durch abgemeſſene Kälte kränken können? Und doch war mein Stolz durch


