finden virſ. Unbeſchreiblich ſhön iſt die Geſchichte des ſittlichen Verfalls der Menſchheit unter einem bald idylliſch⸗lieblichen, bald furchtbar ernſten Bil⸗ de dargeſtellt. Ja, die Erkenntniß des Guten und Böſen war es, das erwachende Gewiſſen, das Ge⸗ fühl des Rechts und Unrechts, das den ſchönen Traum ewiger Unſchuld und Jugend zerſtörte! Du ſiehſt hier ein goldenes Zeitalter, und die Urſache ſeines Verſchwindens tief und weiſe in den inner⸗ ſten Trieben des Menſchen aufgeſucht und darge⸗ ſtellt. Was in der Fabel von Amor und Pſyche mehr bildliche Darſtellung eines Platoniſchen Traumes iſt, iſt hier die Geſchichte des Menſchen, der Menſch⸗ heit in ihrer individuellen und allgemeinen Entwi⸗ ckelung zur Cultur.
Dieſen Gott nun, aus deſſen Hand die Sonne, die Sterne, alle uns bekannten Weſen hervorgin⸗ gen, der ihr Schickſal nach ewigen Geſetzen lenkt, dieſen Gott nennen die Ghriſten ihren Vater. In dieſem Kindes⸗ Verhältniß denken ſie ſich zu ihm; und nichts iſt, womit ſie ſich ihm gefällig machen können, kein Opfer, keine Büßung, nichts als ein reiner Sinn, und ein menſchlich-gutes Herz. Alle Sterbliche ſind ihnen Brüder; ſie zu lieben, wie ſich ſelbſt, keinem zu thun, was man nicht
ſelbſt leiden möchte, iſt ihr Hauptgeſetz. Je


