Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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Weſen, iſt vielleicht das Höchſte, was die menſchli⸗ che Natur erreichen kann, die höchſte Vollendung, deren ſie fähig iſt. Sie ganz zu erſtreben, iſt nicht das Loos des Sterblichen; aber das erhabenſte Ziel hat ihnen ihr mehr als menſchlich weiſer Lehrer geſteckt: Seyd vollkommen, wie euer Va⸗ ter im Himmel vollkommen iſt! Kein ge⸗ ringeres Urbild, als die Gottheit, gab er ihnen nachzuahmen; und welcher Gott iſt der Gott der Chriſten! Kein leidenſchaftliches, ſinnliches, allen

menſchlichen Schwächen unterworfenes Phantom,

wie die Bewohner des alten Olymp, kein müßiger Zuſeher, der in vollkommener Apathie die Welt ge⸗ hen läßt, wie ſie kann, wie die Götter Epikurs. Es iſt ein allmächtiger, durch ſich ſelbſt von Ewigkeit beſtehender, allwiſſender, allgegenwärtiger Geiſt, der alles, was da iſt, aus dem Nichts hervorgebracht, und nur darum geſchaffen hat um ſeine Machtund Liebe zu verklären. Die Gev iie der Chriſten iſt einfach erhaben, und wenigſtens oben ſo faßlich und wahrſcheinlich, als die Syſteme unſerer Philoſo⸗ phen; ja ich getraue mir zu behaupten, daß, in dem gehörigen Lichte betrachtet, und von dem poetiſchen Schmucke entkleidet, der dieſe Erzählung aus der Kindheit des Menſchengeſchlechts umgeben muß, Du keine den Naturgeſetzen gemäßer und vernünftiger