Eigenthum und Eiferſucht auf. Ich will ſeyn, wie der Geiſt ſeiner Geliebten, und mich in den Auen des Friedens freuen, daß mein Agathokles auf der Erde noch glücklich geworden iſt. Nein, was ich für ihn fühle, iſt keine ſträfliche Leidenſchaft. Ich bin ja todt, todt für ihn, für die Welt, für mich ſelbſt, nur nicht für meine Pflicht!
Die öffentlichen Nachrichten tragen auch nicht bey, ein düſteres Gemüth aufzuheitern. Heimlich und verborgen glimmen die Funken der Zwietracht unter denen, in deren Hände die Vorſicht das Wohl des Menſchengeſchlechts gelegt hat. Alle Briefe, die mein Mann von ſeinen Freunden am Hofe und bey dem Heere erhält, beſtätigen die traurige Vermu⸗
thung, daß es zum Ausbruche bürgerlicher Kriege,
und der Erneuerung jener blutigen Auftritte, die ſo lange Zeit das Unglück und die Schande des Rö⸗ miſchen Reichs machten, nur an einer bequemen
Gelegenheit fehlt. Zwiſchen Galerius und Divele⸗
tian ſollen bedeutende Mißverſtändniſſe walten.
Dann ſey uns der Himmel gnädig! Bis jetzt er⸗ hielt Diocletian wenigſtens Ruhe und Frieden im Innern. Von Außen drohet uns ohnedieß ein an⸗ deres Unglück. Die Gothen, eine von jenen wilden Völkerſchaften, zu welchen der fromme Heliodor zu reiſen, und die rohen Gemüther durch die chriſt⸗


