Dritter Brief.
Sabne an Suiien
Rom im Sanur 301.
Bad hätte mich Sen Brief böſe“ gemacht, wenn ich Dir überhaupt jemahls zürnen könnte, und wenn mich nicht die feinen Schmeicheleyen am En⸗ de wieder beſänftiget hätten. Von Dir ſage ich al⸗
ſo nichts mehr. Du ſcheinſt es nicht zu wollen, S
und kannſt auch jetzt nicht hören. Dir darzuthun, daß die Leidenſchaft, die Dich beherrſcht, Deine geſunde Vernunft gefangen hält, und Dich alles durch das gefärbte Glas ihrer Eingebungen anſe⸗ hen läßt, würde eben ſo vergeblich ſeyn, als wenn ich mich jetzt an's Ufer des Meeres hinſtellte, um den Fiſchen den Homer vorzuleſen. Alles, was ich hinzufügen will iſt der fromme und gewiß herz⸗ liche Wunſch, daß die Bezauberung, in der ich Dich


