Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

und wenn ich auf dieſer Welt noch ein

Mahl recht glücklich werden ſollte! Und jetzt iſt's geſchehen. Ich habe ihn wieder, er iſt mein, auf ewig nein! Er zweifelt nicht mehr an mir, mein ganzes Berz liegt offen, wie in unſerer Kindheit, vor ihm; es iſt kein Gedanke, kein Wunſch darin, der nicht durch ihn, für ihn entſtanden, und ihm ganz bekannt wäre. Wenn er an meiner Seite ſaß, wenn ich den Ton ſeiner Stimme hörte, ſeine Ge⸗ danken in ſeinen Augen las, o dann zweifelte ich nicht, daß ich wirklich glücklich ſey! Aber in einſa⸗ men Stunden, und beſonders jetzt, da er wieder fort iſt, iſt mir's, als könnte ich's nicht glauben, und ich habe mir ſchon ein paar Mahl ein lautes Lachen von meiner Schweſter und meinem Schwa⸗ ger zugezogen, wenn ich ſagte: ich fürchtete, ich hätte die acht Tage über nur geträumt. Doch ich ſchreibe ſo lange, und Du haſt noch nicht den Her⸗

ſo ordentlich zu erzählen als ich kann. Vor vier⸗ zehn Tagen ungefähr bekam meine Schweſter ei⸗ nen zweyten Brief. O Liſette! Welch ein Brief! Er ſchrieb ihr, daß er nicht aufgehört hätte mich

zu lieben, daß er einſehe, er habe Unrecht gegen 3

gang der Sache erfahren. Ich will verſuchen, Dir