Reun uid fechjigſter Beief.
Thereſe Friedberg an ihren Gemahl.
Weidenbach den 28. Februar 1799.
D mein lieber Mann! Wo bleibſt Du ſo lange? Warum kann ich Dich nicht in dieſen glücklichen ſchönen Augenblicken zu mir zaubern? Er iſt hier
er iſt mit Leonoren verſöhnt, meine Schweſter iſt unausſprechlich glücklich. Vor acht Tagen erhielt
ich einen zweyten Brief von ihm, worin er mir mel⸗
dete, daß er in*** angekommen ſey, daß er vor
Verlangen glühe, Leonoren zu ſehen, und ihr das
unrecht abzubitten, das ſeine eiferſüchtige übere⸗
lung ihr zugefügt hatte; aber er wage es nicht, un⸗
angemeldet zu kommen, weil er bey den ſchwan⸗ 5
kenden und traurigen Nachrichten über ihre Geſund⸗
heit fürchte, daß eine plötzliche überraſchung ihr 5
ſchädlich werden könnte. übrigens athmete der Brief
die heißeſte Liebe und Sehnſucht. Dir kann ich's geſtehen, Carl! Du wirſt es nicht falſch deuten;


