Streits erfuhr ich Dinge, we bey kaltem Blute mir vielleicht nie geſagt hätte, die mir aber eine vollkommen klare Anſicht aller der Ränke gaben, welche das vorige Jahr von allen Sei⸗ ten geſpielt wurden, um Leonoren von mir zu tren⸗ nen. Ich erfuhr, daß Juliane ſich lebhaft um Ba⸗ bettens Abſichten intereſſirt, daß ſie Wallners Be⸗
erbung um Leonoren unterſtützt habe, um unſere Verbindung deſto gewiſſer zu löſen, daß ſie alles an⸗ gewandt habe, um mir, wie meine Schweſter ſich ausdrückte, die Augen über Leonorens wahre Stim⸗ mungzuöffnen, um mir ihren Leichtſinn, ihren Wan⸗
kelmuth recht in's Licht zu ſetzen u. ſ. w. Welches Gewebe von Bosheiten, Kunſtgriffen und niedrigen Abſichten! Wennich nun noch das, was mir die Val⸗ ſin über die geheimen Plane einer ungenannten Per⸗ 1 ſon, von welcher Babette nur ein blindes Werkzeug 5 war, wennich gewiſſe Bemerkungen über Julianens Betragen gegen mich zuſammen halte, dann, Lud⸗
wig, ſteht Leonorens Unſchuld in ihrem hellſten Lich⸗ te vor mir. Aber eben ſo achtungswerth erſcheint die Denkungsart der Valſin, die mit ſo vielem Zart⸗ i gefühle ſich weigerte, mir Julianen, von der ſie ſo ſahr beleidigt war, zu nennen⸗ Ich ſehe nun, daß


