Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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— 266 die ich an Sie hätte, und die Ihnen alle zu ſchre ben, Ihre Geduld mißbtauchen hieße, möchte ich Ihnen gern ſo angelegentlich, ſo recht dringend an's Herz legen, und Sie bitten, Sie bey der Freundſchaft unſerer Kinderjahre und unſers rei⸗ feren Alters beſchwören, mir alle mit der möglich⸗ ſien Treue und Ausführlichkeit zu beantworten⸗ Meine lange und innige Bekanntſchaft mit ihrem Hauſe, und die vorzügliche Achtung und Theilnah⸗ me, welche mich ſtets an dasſelbe band, werden Ihnen Bürge ſeyn, daß alles, was Sie mir ſchrei⸗ ben können und wollen, mir ſehr werth⸗ ſehr wich⸗

tig ſeyn wird.“

Sieh, Liſette, das hat er geſchrieben; und ich weiß nicht, woher ich die Ruhe nahm, Dir dieſen Brief und dieſe Stelle, die mein ganzes Weſen, ſo oft ich ſie anſehe, im Innerſten gewaltſam aufregt, nit Treue und Gelaſſenheit abzuſchreiben. Was ſoll ich denken, was fürchten, was hoffen? Meine Schweſter will mich bereden⸗ daß ſichtlich aus al⸗ lem, was er ſchreibt, und wie er ſchreibt, warme Liebe herausblicke, daß er ſich aber bemühe, dieß zu verbergen, und bloß freundſchaftliche Theilnah⸗ me zu zeigen, und daß eben dieſer Widerſtreit ſei⸗ ner Gefühle und ſeiner überlegung mir Bürge für die Stärke und Innigkeit ſeiner Liebe ſeyn könnte,