Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
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meiner Seele zu geben, und alles zu entfernen, was dieſe Gedanken nähren könnte. Wenn ich überdieß bedenke, daß Blum ach, dieſe Vermuthung iſt nur zu wahrſcheinlich! eine Andere liebt, und daß ich um dieſerwillen ſo plötzlich verlaſſen wurde: fordert es dann nicht ein nie zu verletzendes Zartgefühl, dem Manne, der bereits in neuen Verhältniſſen lebt, alle Er⸗ innerung an die alten, ſoviel als möglich, zu be⸗ nehmen? So wie ich Wallnern dieſe Redlichkeit ſchuldig zu ſeyn glaube, mit eben ſo vielem Rech⸗ te kann Fräulein Leſſert ſie von Blum fordern. Er als Mann könnte einr durch eine Aufwallung von Zorn oder Eiferſucht veranlaßt und entſchul⸗ diget werden, wenn er dieſen Schritt zuerſt thäte; und ach Thereſe, er zürnt nicht, er iſt ja kalt und höflich! So mußte denn ich es thun; es war unausweichlich. Aber, Thereſe, es hat mich viel gekoſtet! Wie gern hätte ich nur Einen, einen einzigen Brief zurückbehalten, um nur einſt ſagen zu können: So ward ich geliebt! Ich durf⸗ te nicht. Die Briefe ſind numerirt; er hätte den Abgang merken können. Aber wohl zwanzig Mayl habe ich ſie in's Couvert und wieder heraus ge⸗ legt, und mit meinen Thränen benetzt, bis Julia⸗ ne eintrat, und meine Beſchämung und ihr gebie⸗