2*
ur. und mir den Brif ch, v„ Dir
hier peyſchließe.*
O meine Schweſter! Welch ein Brit Hat
Ferdinand ſo ſchreiben können, er, der Geſpiele
meiner Kindheit, der Vertraute, der einzige Ge⸗ liebte meiner Jugend, er, der einſt nur für mich zu leben ſchien! Zerriſſen ſind die heiligen Bande, zerſtört jede Hoffnung auf künftiges Glück! Ich bin allein, ganz allein auf der Welt!
Meine Thränen, die ſeit geſtern Morgens faſt nicht aufgehört haben zu fließen, die ich nur, ſo lange ich ſchrieb, mit Mühe zurückhielt, ſtrömen jetzt, daß ich beynahe das Papier nicht ſehe. Und ich ſoll glauben, daß die Veränderung meiner Le⸗ bensart, meines Geſchmacks allein ihn zu dieſem Schritte vermocht hat? Nein, nimmermehr! Wenn auch unſelige Mißverſtändniſſe, und ein triege⸗ riſcher Schein unſere Herzen auf Augenblicke ent⸗ zweyen konnten: waren ihm mein Beſitz, meine Ruhe, ach Thereſe! mein ganzes irdiſches Glück nicht der Mühe werth, zu unterſuchen, ob ich ſo
gewaltig Unrecht hätte, mich liebvoll zurecht zu
weiſen, Geduld mit meinen Schwächen zu haben? Aber wie? Geduld? Habe ich ihm nicht ſelbſt mei⸗ ne Hand angebothen? Habe ich nicht in ihn gedrun⸗ gen, unſer Bündniß ſchnell zu vollziehen? Hat er


