Stuhle, 63 ſörzte für ihn, wie ch die an⸗ dern Mädchen und Weiber thun ſah. Nach dem Souper war ich zu müde zum Tanzen, und ging mit Wallnern auf und ab. Wir plauderten, und waren beyde vergnügt und munter. Jetzt geſellte ſich auch Juliane und ihr Führer, Graf Kelm, zu uns, ein Mann bey funfzig Jahren, der ſehr viel Lebensart, Geſchmack und feinen Ton hat⸗ Er iſt Präſident und geheimer Rath, einer von Julianens vielen Verehrern, und, wie mir ſeit ei⸗
niger Zeit ſcheint, nicht der unglücklichſte. Nun
ward unſere Unterhaltung noch lebhafter und an⸗ ziehender. Juliane war heut in ungewöhnlich gu⸗ ter Lanne, und ihr Witz ſchoß, wie Blitze, tref⸗ fend und ſchnell auf jeden Gegenſtand. Auch der Graf blieb nicht hinter ihr zurück. Doch zuletzt dünkte mich dieſe Art von Unterhaltung zu ſehr ins Beißende überzugehen. Dieß verwundete mein Gefühl, und machte mich ſtumm. Auch Wallner ſprach wenig mit, was mir ſehr geſiel; nur Ju⸗ liane und der Graf ſetzten ihr Geſpräch, einen Wettſtreit von Witz und Bosheit, eifrig fort. rend wir ſo ſaſſen, nahte ſich uns der jüngere ru⸗ der des Grafen Van der Werth, der mit einer Ge⸗ ſellſchaft auf der Redoute geweſen war, und erſt jetzt zum Piquenique kam. Mon fragte ſich gegenfeitig


