Teil eines Werkes 
2. Theil (1824)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

21

fuͤr das Beſte der Menſchheit, und ſeit ſeinem Austritt aus dem Seminar hatte er noch nicht einen Schritt gethan, um nur etwas anzufangen. Zwar hatte er ſich in die Rechtsfacultaͤt ein⸗ ſchreiben laſſen, und auch einige Collegia beſucht, aber im Hoͤrſaal entwarf er Skizzen zu komi⸗ ſchen Opern, mit denen er als ſchoner Geiſt de⸗ buͤtiren wollte, und im Theater unterſuchte er mit juriſtiſcher Spitzfindigkeit die gegenſeitigen Rechtsverhaͤltniſſe der auftretenden Perſonen. Eines that er jedoch mit ganzer Seele; dies war, dem Anwald ſeiner Schoͤnen in deſſen Bemuͤhungen fuͤr dieſelbe beizuſtehen. Unermuͤd⸗ lich rannte er umher, ihr Beſchuͤtzer und Freunde zu erwerben; er uͤberlief die Richter, ſprach in allen Geſellſchaften, wo er nur Zutritt fand, von ihrem ungluck, ihren Leiden, ihren Tugen⸗ den, zog unablaͤſſig, ohne ihn zu kennen, auf ihren Tyrannen von Gemahl los, und wer ihn hoͤrte, mußte glauben, daß Herr Derblay das aͤrgſte Ungeheuer unter der Sonne, Madame aber die bedaurungswuͤrdigſte Ungluͤckliche auf Erden ſey.