ſteigenden Zweifel uͤber dieſen Beruf— und wie mancher ſtieg jetzt doch unwillkuͤhrlich in ihm auf!— ſeinem Beichtvater zu veetrauen, ward er von dieſem, dem das Mitleid ſo fremd war, wie jede Regung menſchlicher Luſt, mit den haͤr⸗ teſten Vorwuͤrfen gepeinigt, mit den ſchreckbarſten Bildern geaͤngſtigt, und man kann wohl ſagen, daß mein Freund in dieſer Periode ſeines Lebens zu den ungluͤcklichſten Menſchen gehörte.
Dieſe Qual, welche er litt, entging, ſo ſel⸗ ten er auch auch im Kloſter erſchien, ſo ſehr er ſich auch ihren Blicken verſteckte, doch Mad. Derblay nicht, und ſehr gut ſah ſie ein, wie Danriot ſich mit ihr in das Herz ihres Freun⸗ dos theilte. Demohngeachtet fuͤrchtete ſie aber nicht, daß es dem Eiferer gelingen wuͤrde, ihr den jungen Mann gänzlich zu entziehen. Sie hatte den Heuchler Falcol gefurchtet; den harten, aber ehrlichen Danriot ſcheute ſie nicht, und gab damit einen neuen Beweis, daß die Liſt nur vor der Liſt und nicht leicht vor der Offenheit zu zagen pflegt. Die Coquette, welche mehr Liebe heuchelte, als ſie empfand, ſcheute den Tartuͤffe,
10


