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und ſo eben ſo ſchädlich, als verabſcheuungswuͤr⸗ dig wird. Nicht anders, wiewohl in anderer Art, iſt es mit dem, in deſſen Seele der religisſe Sinn ſo ausartet, daß er zum Schwaͤrmer oder Fanati⸗ ker wird. Ein ſolcher kann aus mißverſtandener Liebe zu Gott, aus verkehrtem Eifer fuͤr das
Hoöchſte, ein blutgieri Ungeheuer werden, und 9
die Geſchichte weiſt mehr wie Einen nach, in deſe ſen Seele die erhabenſte der Tugenden zum Laſter wurde.— Einem Blinden gleich wird aber der Menſch wenigſtens ſtets hin⸗ und hertappen, der nicht dahin gelangt iſt, daß er uͤber ſich und ſeine Handlungsweiſe im Klaren iſt. Was hilft es, daß wir dieſes oder jenes vortreffliche Moralprin⸗ zip uns zur Richtſchnur erwäͤhlen, wenn wir nicht wiſſen, warum? und wenn wir nicht den Muth haben, die Gebote der Tugenden mit Auf⸗ opferung zu erfuͤllen! Alle Lehren verſchwinden gegen die Eine in Nichts,„Liebe Gott uͤber Alles, deinen Naͤchſten aber wie dich ſelbſt.“
Dies waren die Lehren, die uns der ehrwür⸗ dige Mann oft gab, und ich fuͤhlte mich gluͤcklich, 3*


