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Thierry war nicht blos Mann ſeines Faches, er war auch Philoſoph, und ſeine Unterhal⸗ tungen ſo lehrreich als angenehm. Ein kleiner auserleſener Cirkel von Freunden und Schuͤlern, — unter denen ich das Gluck hatte mit zu ſeyn — verſammelte ſich ſonntaͤglich bei ihm im Som⸗
mer auf ſeinem Landhauſe zu Fontenay⸗aup⸗Ro⸗
ſes, im Winter in der Stadt, und hier war es, wo er im Geſpraͤch, in der freundlichen, zwang⸗
loſen Unterhaltung, die ganze und ſei⸗
ner Anſichten entwickelte. 6
Wie ich ihn das erſtemal hier in ſeiner laͤnd⸗ lichen Einſamkeit ſah, war ich nicht wenig uber⸗ raſcht, ihn ſo verändert zu finden. In Paris erſchien Thierry nie anders, als in einer großen, weißgepudetten Alongenperuͤcke, einem ſchwarzen Sammtrocke, gewaltigen Spitzenmanſchetten und in den Vorleſungen außerdem noch mit einem Hermelinmäntelchen. Ging er auf der Straße, ſo hatte er ein großes ſpaniſches Rohr mit einem ſchonen porzellanenen Habichtsſchnabel ſtatt Knopf geziert, in der Hand. In Fontenay⸗aux⸗Roſes
war er dagegen ein ganz Anderer. Ohne Perucke,


