Demoiſelle Veronika war aber in die Vorſtadt
St. Jakob gezogen, um ſo ihrem theuren Seel⸗
ſorger naͤher zu ſeyn. Deſodry ſelbſt anlangend, ſo beſuchte er ſeinen Onkel jetzt nur noch hoöchſt ſelten, deſto öfterer aber Veronika, und als ich ihm vorſtellte, wie der Erſtere ſich hieruͤber ge⸗ kraͤnkt fuͤhle, antwortete er mir: er könne un⸗ moͤglich oft zu einem Manne gehen, deſſen pro⸗
fane Aeußerungen ſein Gemuͤth beleidigten und
ſeinen Ohren ein Greuel wären.„Ach!“ fuhr er fort,„wie anders iſt es dagegen bei meiner Tante. Da finde ich ſtets den frommen Abbe
Falcol, und nur erbauliche Geſprache erquicken da
mein Herz; waͤhrend wir in Demuth die wohl zubereiteten Gaben des Himmels verzehren, erbauen ſich die Seelen durch Austauſch frommer Empfindungen.“ Daß Dame Veronika uͤbri⸗ gens Tag fuͤr Tag einen anſehnlichen Klatſchklubb von veralteten Jungfern und von der Welt ver⸗ laſſenen Frauen in ihrem Hauſe unterhielt, bei welchem der heilige Falcol den Vorſitz fuͤhrte, und in welchem die Kinder der Welt nicht ſchlecht mit⸗ genommen wurden: davon ſagte mir mein Freund
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