Teil eines Werkes 
1. Theil (1824)
Entstehung
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gendhaft zu ſeyn, und er erfaßte deswegen die da⸗ hin zweckenden Lehren auf's innigſte; wer weiß aber nicht, daß jede Lehre, ſelbſt die beſte, der Uebertreibung faͤhig iſt, und daß oft unſere gehei⸗ men Neigungen und Schwächen uns unmerklich zu dieſer Uebertreibung in ihrer Ausuͤbung hin⸗ fuͤhren! Mich ſelbſt anlangend, ſo glaube ich mich immer ſo ziemlich im rechten Gleiſe erhalten zn haben, auch habe ich nie meine einmal ergrif⸗ fenen Grundſätze geändert; mein Freund aber iſt oft vermoͤge ſeines Charakters, der ihn alles mit Heftigkeit ergreifen ließ, zu Lächerlichkeiten, ja ſelbſt Mißbrauchen in den Syſtemen hingeriſ⸗ ſen worden, die er, wie ſie ſich ihm eben im Lauf der Zeiten darboten, annahm. Dies hat uns nun natuͤrlich haͤufig entzweit, die Freundſchaft fuͤhrte uns aber ſtets wieder zuſammen, und wenn auch ſein Benehmen mich mitunter zwang, ihn weniger als ſonſt zu achten, ſo nothigte mich ſein Herz doch, ihn ſtets zu lieben, denn er war, bei alle dem, gut und brav.

Seine, wie meine Geſchichte werden nun die nachfolgenden Blaͤtter enthalten, denn da ich faſt