Teil eines Werkes 
2. Band (1825)
Entstehung
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ſnmnd blickte Dauvert bei dem Eintritt ſei⸗ ues Wohlthaters zu Boden; er entdeckte die Gruͤnde, warum er die Hauptſtadt verlaſſen, nicht; aber, hatte er ſie nicht bereits in ſeinen Fieberphantaſieen verkathen? Es war eine ſchwe⸗ re Strafe fuͤr den Verdorbenen, das Gluͤck, die Ruhe, die Liebe zu ſehen, welche in dem Hauſe herrſchte, gegen deſſen Bewohner er ſich einſt ſo ſchmachvoll benahm; es war eine ſchwe⸗ re Strafe, ſich endlich wider Willen eingeſtehen zu muͤſſen, daß das Gluͤck allein die Frucht der Tugenden iſt, der Rechtſchaffenheit, die er einſt verachtete. Im erſten Augenblick wollte die Unterſtuͤtzung, welche ihm Georg anbot, mit Stolz von ſich weiſen, aber ſein Elend war ſo groß, Georgs Anerbietungen ſo freundſchaft⸗ mit zerknirſchtem Herzen nahm er es an.

Die Bosheit kann nicht ſo tief im Herzen wutzeln daß ſie nicht vor der Guͤte eines Wohlthaͤters weichen muß, gegen welchen ſie als Feind auftrat. Dauvert beugte ſich vor Georg; er legte ein offnes Bekenntniß ſeines Unrechtes ab und flehte um deſſen Vergebung, und es ſchien den Ungluͤcklichen zu troͤſten, daß Georg und Vietorine ihm verzeihend ihre Hand reichten. Heilig verſprach er es ſich und ihnen, ſein Leben zu beſſern, dann reiſte er, dem Tod und dem Elend von Georg entriſſen, ab... Hat er ſein Verſprechen erfullt? Die Vorſe⸗