Damen durchaus keine Gelegenheit ſinden konn⸗ ten, Victorinen etwas Unangenehmes zu ſagen⸗
Indem er nach der Stadt zuruͤckkehrte, fragte er ſich ſelbſt uͤber die Gefuhle, welche ihm Victorine eingefloͤßt hatte. War es Liebe? oder war es nur das Gefuhl eines ſehr na⸗ turlichen Mitleids mit dem Ungluͤck einer jun⸗ gen und liebenswuͤrdigen Waiſe? Er gedachte der heftigen Empfindungen, die ihn beim An⸗ blick jener gefallſuͤchtigen Eliſe ergriffen hat⸗ ten; welch ein Unterſchied war zwiſchen ſeinen damaligen Gefuͤhlen und ſeinen jezigen! Eliſe hatte ihn hingeriſſen; Victorine zog ihn an. Geblendet durch die Reize der Einen, wuͤnſchte er gluͤcklich bei ihr zu ſeyn; ergriffen von der Anmuth der Andern, fuͤhlte er ſich erweicht von ihrem Kummer und wuͤnſchte nur ſie gluͤck⸗ lich zu machen.— WMehr wie jemals mit ihrem Vilde beſchaftigt, aber beſorgt, die Ruhe ihres Herzens zu ſtoden, beſchloß er, ſo lange, bis er deutlicher in ihrem Innern wuͤrde leſen koͤnnen, ſo vorſichtig, ſo zuruͤckhaltend in ſei⸗ nem Benehmen gegen ſie zu ſeyn, daß weder ſie ſelbſt, noch ihre Verwandten auf den Ge⸗


