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„Du ſtrebſt ein hohes Ziel zu erreichen“, verſuchte ſie, ſtatt auf den warnenden Zuruf ihres Geliebten zu achten, auch die Saite des Ehrgeizes in demſelben anzuſchlagen. „Nun denn, ſo ſtrebe nach dem höchſten Ziel. Was ſo viele gewaltige Männer vor Dir vergeblich zu bewirken er⸗ ſtrebt haben, es bietet ſich Dir faſt von ſelbſt. Nur Dein ſtar⸗ ker Arm hält nach der Niederlage des Mansfeld und des Dänenkönigs das ohnmächtige Bündniß dieſer Pro⸗
teſtanten noch aufrecht, entziehe ihnen dieſe Stütze, und
mit dem Zuſammenbruch der letzten Hoffnung bricht
der Wahnglaube der Ketzerei ſelbſt zuſammen. Chriſtian.
bedenke, gibt es ein höheres, ein erhabeneres Ziel, als die ſo lange in zwei feindſelige Lager geſchiedene Chri⸗ ſtenheit wieder in dem Schooß der heiligen, durch die Erinnerungen von Jahrhunderten und Jahrtauſenden ge⸗ weihten Mutterkirche zu vereinen? Und dieſe köſtliche
Aufgabe, Du kannſt ſie erfüllen, es ſteht nur in Deinem
Willen, dieſes herrlichſte Ruhmesreis um Deine Stirn zu flechten.“ „Schweig!“ Ein furchtbarer Seclenkampf lag in dem Antliß des jungen Mannes ausgeſprochen. Die geballte Linke feſt auf das pochende Herz gepreßt, ſtarrte er, zu ſeiner ganzen Höhe aufgerichtet, finſtern Blicks auf die Verſucherin. Wiederholt ſtrich er ſich mit der Rechten die Stirn, als ob er das Gehörte noch immer


