Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

Zehntes Kapitel.

Der Jeſuit lauſchte hinter dem das kleine halb⸗ dunkle Nebengemach von dem Cloſet der Gräfin Ca⸗ raccioli trennenden Thürvorhang der aus letzterem ver⸗ nehmbaren Stimme; die in geſpannteſter Erwartung hinter ihm ſtehende Duenna mochte ihn hier eingeführt haben.

Du meinſt alſo, richtete er in einem kaum hör⸗ baren Geflüſter die Frage an dieſelbe,daß ſie heute endlich ihr mir verpfändetes Verſprechen löſen wird?

Ja, wisperte die Alte ebenſo leiſe,ſie iſt feſt entſchloſſen dazu. Ich habe ja auch nicht aufgehört, ſie an⸗ zuſtacheln und zu bearbeiten. Und der Herr Pater kön⸗ nen ſich wohl darauf verlaſſen, es wird ihr glücken. Der Herzog iſt verliebter in ſie denn je; ſie vermag den Tropf zu Allem zu beſtimmen. Eine Geberde des Pa- ters hatte ihr Schweigen geboten. Die Beiden lauſch⸗ ten, das Ohr an den Vorhang gepreßt, mit angehalte⸗ nem Athem.