Teil eines Werkes 
2. Band (1866)
Entstehung
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Kaminſims ſtehenden ſilbernen Armleuchter ſpiegelten ſich

in den die Ecken des Zimmers ausfüllenden Spiegeln

von venetianiſchem Glaſe. Das röthlich flackernde Licht des trotz der Schwüle des Sommerabends in dem Ka⸗ min lodernden Feuers ſpielte mit ſeinem unſtät wechſeln⸗ den Refler über den unfern deſſelben ſitzenden beiden ju⸗ gendlichen Geſtalten und ließ die in breiten goldenen Rahmen die Wände ſchmückenden Gemälde bald wie unter der hellſten Tagesbeleuchtung hervortreten, bald wieder in eine halbe Dämmerung zurückſinken.

Eben durch die letztern wurde übrigens dieſer prun⸗ kenden Häuslichkeit ein ganz eigenthümlicher Charakter aufgeprägt. Alle dieſe Gemälde gehörten den Meiſter⸗ werken der üppigen venetianiſchen Schule an. Obgleich der Gegenſtund der Darſtellung derſelben durchgän⸗ gig dem katholiſchen Cultus entnommen war, überwog bei ihnen doch das glühende Colorit der Farben und die plaſtiſche Schönheit der auf ihnen ausgeprägten Formen viel zu ſehr, um über den erſten rein ſinnlichen Eindruck noch den religiöſen Vorwurf zu irgend einer durchgrei⸗ fenden Wirkung gelangen zu laſſen. Derſelbe ſelt⸗ ſame Contraſt von Religioſität, wo nicht Bigotterie und dem raffinirteſten Lebensgenuß fand ſich freilich auch ſonſt in der Ausſchmückung des Zimmers vertreten. Dem Betpult in der einen Ecke mit dem ſelbſt bei der