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3 haben. Mord und Tod! daß ein ſolcher eiſerner Cha⸗ rakter ſo elenden Intriguen zum Opfer fallen ſoll.“
„Wem nicht zu rathen iſt, bleibt nicht zu helfen“, murrte der Graf.„Hat er nicht auch die letzten Vorſtel- lungen des Oberſten von Rantzau, hat er nicht Ihre und meine Vorſchläge ohne Bedenken zurückgewieſen?“
„Wo viel Licht, iſt tiefer Schatten“, zuckte der Oberſt die Achſeln.„Ohne dieſen Starrſinn, dieſe Leiden ſchaftlichkeit würde er eben nicht der ſein, der er iſt. Den Erfolg meiner Vermittlung hatte ich darauf ge⸗ gründet, daß Ihre Schweſter mir vorgearbeitet haben würde. Wenn es ihm widerſtrebt, dem ungeſtümen Drängen von uns Männern nachzugeben, möchte ein Wort der Bitte, der ſanften Vorſtellung von der noch immer hochgehaltenen Jugendgefährtin ihm vielleicht den rechten Weg gezeigt haben. Die Vorſtellungen des Rantzau— bah, Graf, Sie ſollten den Chriſtian doch beſſer kennen, um nicht zu wiſſen, daß er nicht der Mann iſt, ſich mit der Piſtole auf der Bruſt auch nur das geringſte Zugeſtändniß abzwingen zu laſſen.“
Der Graf blickte finſter vor ſich zur Erde.„Dieſe Courtiſane hielt den Unglücklichen mit zu feſten Ban⸗ den umſtrickt“, äußerte er nachdenklich,„als daß auch meine Schweſter ihn aus ſeiner Unthätigkeit und Ver⸗ ſunkenheit noch aufzurütteln vermocht hätte. Unter uns,


