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„Nun ja, ein Wort von ihr hätte vielleicht noch Vieles anders geſtalten mögen.“
„Aber, Oberſt“, fuhr der Graf unwillig auf,„ſehen Sie denn nicht ein, daß meine Schweſter— nun und nimmer würde ich darein gewilligt haben.“
„Bah, als ob Sie darum hätten zu wiſſen brau⸗ chen. Ja, wie geſagt“, ſetzte er nach einigen Augenblicken eines gegenſeitigen finſtern Stillſchweigens hinzu,„ich habe viel von dieſer Vermittlung gehofft. Na, es hat aber nicht ſein ſollen, und wenn die Geſchichte hier zu⸗ ſammenbricht, für mich, den einfachen Glücksſold aten wird ſich ſchon noch ein anderer Tummelplatz finden. Der Holk mit ſeinen leichten Reitern iſt jeder Fahne willkommen. Doch Ihr vornehmen proteſtantiſchen Her⸗ ren ſeht zu, wie's kommt.“
„Sie ſehen zu ſchwarz, Oberſt“, wandte der Graf ein.
„Es thut mir nur um den Chriſtian leid“, fuhr der Andere, ohne auf dieſen Einwurf zu achten, fort.„Ich kenne ihn und weiß, welch edles Metall in dieſem ſtörri⸗ ſchen Starrkopf ſteckt. Er fühlt ſich verrathen und ver⸗
kauft, er ahnt die Gefahren die im Dunklen an ihn
heranſchleichen, doch ſein Stolz und ſein Selbſtgefühl bäumen ſich dagegen auf, auch vor der zwingendſten Ge⸗ fahr ohne Kampf zurückzuweichen. Noch ein zehn Jahre würden aus dem ungefügen Burſchen den Helden gezeitigt


