Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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doſſen dieſe Stunde der Leiden, die eurer warten, nicht, ſie iſt nur kurz und voruͤbergehend, und be⸗ lohnt euch mit unausſprechlichem Gewinn, wenn ihr weiſe genug ſeyd, ſie zu benutzen. Seht ihr nicht angſtlich entgegen, ehe ſie wirklich kommt. Freuet euch vielmehr eurer Jugend, und laßt euer Herz guter Dinge ſeyn, ehe denn die boͤſen Tage kommen. Nur vergeßt nie, daß dieſe Tage gewiß kommen werden, und erinnert euch ſtets, daß euch Gott dereinſt wird vor Gericht fordern, und ihr vor ſeinen allſehenden Augen keine einzige eurer boͤſen Handlungen zu ver⸗ bergen vermoͤgend ſeyd. Sollte dieſe Erinnerung je⸗ mals ſchwach werden in euren Seelen, oder ganz er⸗

loͤſchen, dann zuͤchtige euch Gott, euer Vater, als

ſeine Kinder, die er lieb hat, und wecke euch durch Trubſale aus dem Schlummer der Thorheiten und Suͤnde.

Wir aber, die wir ſchon oft die dornichte Bahn der Leiden gegangen ſind, wir, die wir vielleicht noch jetzt unter der Buͤrde dieſer Leiden ſeufzen, die uns druͤckt, guch wir wollen Gott um Weisheit und Muth bitten; um Weisheit, daß wir unſere verſchuldeten Leiden, die die Frucht unſerer eigenen Thorheiten, unſwer Leidenſchaften, unſers Starſinns, unſrer ſuͤnd⸗ lichen Begierden ſind, nicht zu den unverſchuldeten Leiden rechnen, durch welche uns Gott zuchtiget, weil er uns liebt. Um Weisheit wollen wir ihn bitten, daß wir jedes Leiden, ſo uns trifft, es ſey verſchuldet oder unverſchuldet, darzu nutzen, uns immer mehr von Suͤnden und Thorheiten zu reinigen, die uns

noch