Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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26e

raliſche Natur ſo ſehr ſtärkt? Wer war der Gluͤck⸗ liche, der ſeinen beſten Entſchließungen ſtets getreu blieb, wenn ihm ſinnliche Luſt den Becher ihrer Freu⸗ den oft darboth? Und welcher Sohn des Kummers hat nicht ſehr oft in den huͤlfreichen Armen der Leiden und Trubſale die ſchwerſten Verſuchungen zum Boͤſen uͤberſtanden? Iſt alſo ohne Feſtigkeit im Guten kein Wachsthum in chriſtlicher Vollkommenheit möglich, und ſind Leiden und Truͤbſale die ſichevſten Huͤlfsmit⸗ tel, dieſe Feſtigkeit im Guten zu befordern, ſo iſt es auch entſchieden, daß ſie zu unſerm Wachsthum in der chriſtſichen Vollkommenheit ganz unentbehrlich ſind.

Wir haben endlich gehört, durch Leiden und Truͤbſale uben wir uns in jeder chriſtlichen Tugend, und Uebung in jeder Tugend iſt zum Wachsthum in der chriſtlichen Vollkommenheit unentbehrlich. Fließt denn nicht auch daraus von ſich ſelbſt, daß es dieſe Leiden, dieſe Trübſale ſind, die wir zum Wochsthum in der chriſtlichen Vollkommenheit nicht entbehten koͤnnen? Wie? wip ſollen uns z. B. in dem PVer⸗ trauen auf Gott, in der Geduld, in der Liebe des Rächſten, in der Sanfimuth, in der Beſcheiden⸗ heit, in der Demuth uͤben, und wir waren an der Hand des Glücks nie in dem Fall, in bedenklichen Umſtänden unſer Vertrauen auf Gott zu zeigen? Unſer im Gluͤck ſo ſtolzes Herz ſoll Geduld, Sanft⸗ muth, Demuth zeigen, ſich darinne uͤben koͤnnen? Wir ſchweigen in den Freuden jeder ſinnlichen Luſt, und