D. biſt bie kiebe, o Gott, und alles, was du uͤber uns anerdneſt, iſt Guͤte; auch Leiden und Truͤbſale, ſo ſchmerzhaft ſie uns auch ſind, ſind Beweiſe deiner värerlichen Liebe gegen uns. Dieß ſollten wir ſtets erkennen, ſollten, mit kindlicher Unterwerfung unter den Willen unſers guten Vaters, auch das traurige Schickſal aus ſeiner Hand annehmen, und es zu Er⸗ reichung der Abſicht nutzen, aus welcher du es uns mitgetheilt haſt, um in der chriſtlichen Vollkommen⸗ heit zu wachſen, und dadurch dir wohlgefälliger zu werden. Dieß wuͤrden wir auch ſters thun, wenn wir uns nur öfterer gewoͤhnten, daruͤber nachzuden⸗ ken, warum der Chriſt durch Leiden und Truͤbſale geubt werden muß, wenn er in der chriſtlichen Voll⸗ kommenheit wachſen und zunehmen ſoll. Mit dieſem Nachdenken wollen wir uns jetzund beſchäftigen, da⸗ mit, wenn du uns Leiden und Truͤbſale ſendeſt, wir nicht ſundigen und wider dich murren, ſondern viel⸗ mehr uns überzeugt fuhlen, daß alle Zuͤchtigung uns eine friedſame Frucht der Gerechtigkeit giebt, wenn wir dadurch geuͤbt werden.
Der Zuſtand des wahren aufgeklaͤrten Chriſten bat allerdings zwey ſehr verſchiedene Seiten. Er iſt
ein Stand der ſicherſten Freude und Zufriedenheit.
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