Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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V

nicht bloß mit philoſophiſcher Zergliederung des Chriſtenthums beſchaͤftigen, ſondern auch ſein Herz zur Liebe fuͤr Gott und Lugend erwaͤrmen will, gute Vortraͤge in Form unſerer Predigten immer noch ein ſehr nuͤtzliches Huͤlfsmittel ſind, und wir, trotz abem Anſchein des Gegentheils, an dieſem Huͤlfs⸗ mittel noch keinen unnoͤthigen Ueberfluß haben, ſo habe ich ſie gelaſſen, wie ſie ſind. Ich muß die Beurtheilung des unpartheyiſchen Kenners erwar⸗ ten, ob ich hierbey irrig gehandelt habe. In wie fern ich wider die homiletiſchen Regeln dabey ge⸗ handelt habe, kommt nicht in Betrachtung.

Ich habe bey jeder Belehrung einen Spruch aus der Bibel zum Grunde gelegt, und ich wuͤnſchte, daß man dieß als einen kleinen Beytrag zu dem Be⸗ weiß anſehen moͤge, wie reichhaltige Schaͤtze der feinſten moraliſchen Regeln in den ſo kornichten Sachreichen Ausdruͤcken der Bibel enthalten ſind. Gewiß, ich leſe dieß Buch niemals, ohne den Reich⸗ thum zu bewundern, den es an Lehren und Vor⸗ ſchriften enthält, welche nothig ſind, um den Men⸗ ſchen zu demjenigen zu bilden, was er ſeyn ſoll, der vernunftige freye moraliſche Menſch, der den Voll⸗ kommenheiten Gottes ſich zu naͤhern faͤhig iſt. Ich bewundere zugleich, wie genau alle dieſe Lehren und Vorſchriften der Phyſiſchen und Moraliſchen Natur des Menſchen angemeſſen ſind. Gewiß, wer in den Lehren Jeſu und ſeiner Apoſtel, und ſelbſt in den lehrreichen Schriften des Alten Teſtaments,

nicht