Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

279

ſeiner Schwachheit fuͤhlt, euer Mund da Hulfe ſuche, wo er ſie am ſicherſten erhalten kann.

Alle dieſe Erinnerungen, die ich euch hier gegeben habe, ſind nicht neu, ſind tauſendmal geſagt worden. Ihr lest ſie in jedem Buche, ihr hoͤrt ſie in jedem Vortrag, in welchem Belehrung uͤber Religion und Tugend der Endzweck iſt. Aber brauch ich noch wohl erſt zu ſagen, daß ſie nicht oft genug wiederhohlt wer⸗ den koͤnnen, da man ſie ſo wenig befolgt? Vielleicht, daß die Stimme eines Vaters, der euch ſo gern wahr⸗ haft gluͤckſelig machen moͤchte, ſie eurem Gemuͤthe feſter einpraͤgt. Wenn ihr ſtrauchelt und fallt,(und ach! leider! wird dieß oft geſchehen!) und ihr nehmt dieß Buch in die Hand, und lest, was ich euch hier ſage: ſo wird vielleicht ſodann die Stimme der Tu⸗ gend euer Herz ruͤhren, und euch zur Tugend zuruͤck⸗ ruffen.

Welcher reiche Lohn fuͤr mich, wenn ich mir dieſe Wirkung von dieſer Schrift verſprechen koͤnnte!

Werdet ihr aber, meine Geliebten, dasjenige ſeyn, was ihr ſeyn ſollt, und wozu ich euch hier eine kurze Anleitung gegeben habe, wahre Chriſten, nach dem ganzen Umfang des Worts, dann werdet ihr gewiß ſchon hier in dieſer Welt die herrlichſten Belohnungen der Tugend unter dem Druck der Leiden, ſowohl, als in dem Genuß unſchuldiger Freuden empfinden. Aber freylich wird der beſſere Lohn dieſer Tugend euch erſt dort aufgehoben ſeyn. Erwartet nicht, daß ich euch

das