Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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dieſe Handlung ganz anders eingerichtet ſeyn ſollte, weiß jeder verſtändige Chriſt. Stoßt euch indeſſen nie an einen ſonderbaren Gebrauch, der ſich nicht leicht auf⸗ heben und umaͤndern laͤßt, und den eure Vernunft auch fuͤr euch nuͤszlich machen kann. Duͤrft' ich mich endlich noch in das Feld der Phantaſie wagen, ſo wuͤnſch ich euch die Erfullung des fuͤſſen Traums zu erleben, den ich als Menſchenfreund, als Chriſt träume, des Traums, daß noch die Zeit kommen wird, da nicht mehr lehrmeynungen Chriſten trennen, da ſie alle als Chriſten handeln, ſich als Chriſten lieben, ſo verſchie⸗ den auch die Formulare ihrer Glaubensbekenntniſſe ſind; da der chriſtliche Catholik, der chriſtliche Lutheraner, der chriſtliche Reformirte, der chriſtliche Arianer und So⸗ rinianer friedlich und eintraͤchtig als Bruͤder bey einander wohnen, und einerley Menſchen⸗ und Buͤrgerrechte genießen, wenn ſie auch noch ſo verſchieden in ihren Glaubensbekenntniſſen ſind. Ob ihr und die Nachwelt die Erfuͤllung dieſes Wunſches jemals erleben werdet, dieß weiß nur Gott. Noch iſt der Himmel der chriſt⸗ lichen Bruderliebe mit ſehr dicken Wolken bedeckt. In jener großen Stadt Gottes, deren Buͤrger wir nach unſerm Tode ſeyn ſollen, bedarf es keines Glaubens⸗ bekenntniſſes, um das Buͤrgerrecht daſelbſt zu erhalten. Das Zeugniß des allwiſſenden Richters, von der Recht⸗ ſchaffenheit der Handlungen eines jeden, entſcheidet allein, wer wurdig iſt, daſelbſt zu wohnen. Sucht dieß Zeugniß zu erhalten, und ihr werdet gluͤckliche Bewoh⸗ ner dieſer großen Stadt Gottes ſeyn, euer Sekten⸗

name ſey welcher er wolle.

Q F. 25.

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