Teil eines Werkes 
Erste Abtheilung (1798)
Entstehung
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werden. Jede Vorſtellung einer Sache, die nur dun⸗ kel und verworren in eurer Seele ſchwebt, und dieß iſt das Gefuhl des Myſtikers, leitet euch eher zum Irr⸗ thum als zur Wahrheit, und euer ganzes Chriſten⸗ thum muß uͤberhaupt mehr auf Handeln, als auf Ge⸗ fuhl gegruͤndet ſeyn. Umgang oder naͤhere Vereini⸗ gung mit hoͤhern Geiſtern iſt, wie ich euch ſchon im Vorhergehenden geſagt habe, auf der Stuffe der Exi⸗ ſtenz, auf welcher ihr jetzt ſteht, nicht eure Beſtimmung. Wohre dauerhafte kiebe zu Gott und Chriſto, beſteht nicht in ausdruckleeren Worten, ſondern im Gehorſam gegen ſeine Gebote. Haltet alſo leere Aufwallung eurer Phantaſie nie fuͤr ein ſicheres Kennzeichen dieſer Liebe, und erwartet nie eine beſondre Eingebung des Geiſtes Gottes, die Gott euch nie verheißen hat. Die Mittel, deren ſich Gott zu Erreichung ſeines Zwecks bedient, ſind ſtets die natuͤrlichſten, und er weicht von dieſem Geſetz ſeines Willens nie ab. Alles alſo, was ſein Geiſt, auf euch unbekannte Art, zu eurer Bekehrung und Beſſerung beytraͤgt, beſteht nicht in uͤbernatürlichen Wirkungen, ſondern in den Wirkungen der einfachſten natuͤrlichen Mittel, der Belehrung durch Vernunſt, und hinlaͤnglich beſtaͤtigte unmittelbare Offenbarung ſeines Willens, und durch euer eigenes Nachdenken uͤber dasjenige, was euch Vernunft und Offenbarung lehrt.

Freylich mußt ihr dieſe Mittel gebrauchen, wenn ihr eurer Beſtimmung gemaͤß handeln, und die Abſich⸗ ten, die Gott mit euch hat, erfullen wollt. Ihr mußt dasjenige, was Gott von euch fordert, daß ihr thun

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